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Gelehrtenfamilie-Königsberg

Konrad Neumann
Forstmeister, Dr. Forest; Sohn des Mathematikers Ernst Richard Neumann (1875 – 1955) und Johanna Neumann geb. Kautzsch (1878 – 1964)
24.03.1910 Marburg – 18.08.1942 in Rschew/Russland

Neumann stammt als Sohn des Königsberger und Marburger Ernst Richard Neumann aus einer Königsberger Gelehrtenfamilie (Lit.).  Er besuchte das Gymnasium in Marburg, studierte in Hannoversch- Münden und Gießen, heiratete am 19.06.1937 die Buchhändlerin Lieselotte von Jan (1914 in Straßburg - 1995 Hannover) und zog mit ihr, berufsbedingt, nach Berlin in die Alboinstraße 175, Tempelhof. Im September wurde er eingezogen zum Berliner Infanterie-Regiment und als Wehrpflichtiger an die Westfront „zum Schutz der Grenze verlegt. 1940 erlitt er in Frankreich eine schwere Schussverletzung und als „unabkömmlich vom Wehrdienst freigestellt. 1941 wurde ihm ein Forstamt mit Landwirtschaftsbetrieb in Rosengrund/ Krone bei Bromberg/ Westpreußen (im ehemaligen Korridor) zur Verwaltung mit über 200 polnischen Angestellten und Arbeitern zugeordnet. Seine hochschwangere Ehefrau weigerte sich, in das kriegsbedingt besetzte Gebiet umzuziehen, so dass der 3. Sohn im November in Danzig zur Welt kam. Im März 1942 wurde Neumann  trotz „Unabkömmlichkeit" erneut zum Wehrdienst nach Russland  eingezogen mit der Feldpost-Nummer 20043 B. Im Rahmen der schweren Abwehrkämpfe östlich Rschew /Charino wurde Neumann (Unteroffizier der Einheit: 1./Inf.Rgt. 549 – Erkennungsmarke -5915- 1. I.E.B. 322) seit dem 14.8.1942 als vermisst gemeldet und 1951 für tot erklärt. Seine Frau flüchtete 1944 mit den 3 Söhnen nach Hagen, Kreis Neustadt am Rbge., in das Pfarrhaus ihres gefallenen Bruders Hans von Jan. Dort wurde Konrad Neumanns Name in den Stein des Kriegerdenkmals eingemeißelt mit den Namen der von 1939 – 1945 Gefallenen des Ortes.
 
Beruflicher Werdegang
 
Neumann studierte das Forstfach in Hannoversch-Münden und Gießen und wurde über die Tätigkeit des Forstassessors ab dem 1.11.1936 beamteter Forstmeister an der Reichsnährstandzentrale in Berlin. Er promovierte an der Universität Gießen zum Doktor der Forstwissenschaft mit dem Dissertationsthema: „Einzelstammuntersuchungen bei der Rotbuche". Kriegsbedingt erfolgte die 1940 eingereichte Dissertation erst posthum 1943, da er 1942 im Krieg vermisst wurde und nicht heimkehrte.  Im Auftrage der Reichsnährstandzentrale publizierte Neumann „eine Vielzahl von Veröffentlichungen forstwirtschaftlichen Inhalts (Kautzsch).

 

Literatur:
Kautzsch: Mitteilungen des Familienverbandes Kautzsch, Bd. VI, Nr. 22 vom Januar 1942 (ein unvollständiger Auszug befindet sich im Archiv der Franz Neumann-Stiftung (Link s.u.)
 
Hagen, S.: Hagen´sche Familien-Chronik: Dreihundert Jahre Hagen' sche Familiengeschichte. Selbstverlag 2 Bd., 1938
 
Link: www.gelehrtenfamilie-koenigsberg.net/Ernst_Richard_Neumann.html
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